Herr Bismarck kam im Alter von 6 1/2 Jahren zu mir, ein echtes Schätzchen. Und mein erster Schottenkontakt. Bismarck ist durch sehr viele Hände gegangen, bis er bei mir hängen blieb, ich war der 6e Besitzer. Bismarck hatte vorher nicht sehr viele Sozialkontakte zu anderen Hunden gehabt und unser Anfang war schwierig. Er blühte jedoch nach kurzer Zeit auf, von seinem Geschirr und Leine befreit, ein paar Kilo Übergewicht waren nach kurzer Zeit weg und so wurde Bissi mein treuer Begleiter in allen Lebenslagen. Bismarck wurde ein souveräner Kerl, den nichts mehr aus der Ruhe brachte. Einige schwierige Operationen hat er überstanden, seine Patella wurde "gerichtet" damit er wieder laufen konnte, dann kam ein Prostata-Geschwür. Diverse faule Zähne wurden entfernt. Bismarck war ein Highlander, er stand immer und immer wieder auf. Obwohl Bismarck erst nach vielen Umwegen zu mir kam und einiges erlebt hatte bis dahin, wurden wir ein gutes Team, wir hatten uns gesucht und gefunden. Bismarck wurde fast 15 Jahre alt, in seinem letzten Jahr wurde er physiotherapeutisch behandelt um seine Arthrosebeschwerden zu lindern. Am Valentinstag 2007 mussten wir uns verabschieden, ein schwerer Gang - für uns beide. Seitdem steht Bissi in einer Urne bei mir im Wohnzimmer, immer mal wieder erzähle ich ihm irgendwelche Dinge...er ist immer noch da - und wird immer bleiben.
Als Bismarck 10 Jahr alt war, da kam Starbuck dazu. Und jetzt, bereits nach 6 1/2 Jahren endet das Kapitel meiner Glammy´s Schotten.
Starbuck hatte wie Bismarck diverse gesundheitliche Probleme. Eine Schilddrüsenunterfunktion und bereits im Alter von 4 1/2 Jahren beginnende Arthrosen. Patella Luxationen, dadurch bedingt starke O-Beine (hinten). Und in der Folge dazu, Reizungen der Bizepssehen in den Vorderbeinen. Stubi wurde umfangreich behandelt mit Goldstift-Implantaten und physiotherapeutischen Behandlungen. Diese Behandlung war eigentlich für die Ewigkeit gedacht....dazu kam es leider nicht mehr.
Starbuck war für mich der schönste, beste Schotte aller Zeiten. Mein absoluter Lieblingshund, meine rechte Hand in dem irren Haushalt. Stubi war der dominante, souveräne Führerhund in dem Schottenverband. Er setzte deutliche Zeichen, wo der Hammer hängt. Dabei war er sehr langmütig, tobten die Kleinen durch die Küche, dann döste er vor sich hin. Bis er aufstand, ganz langsam....und schon senkten sich die Köpfe der Kleinen, die Ohren gingen auf Halbmast...und jeder nahm seinen Platz ein. Die Kleinen, aber auch Ahab stellten ihn nie in Frage. Starbuck war das Gesetz.
Stubi und ich, das war auch eine besondere Geschichte, die ich schwer beschreiben kann. Ich meine, wir beide, wir waren uns immer einig. Wir hatten die gleiche Richtung. Und Starbucks Eigenheiten, die machten ihn aus. Er konnte trödeln, schnüffeln, dabei die Welt um sich vergessen. Er war nicht stur, das ist eine menschliche Eigenart, Stubi war ein Kopfhund, er war in der Lage seinen eigenen Weg zu gehen. Ich liebe solche Hunde, die nicht so einfach sind, die auch ihr eigenes Ding machen, die einen eigenen Charakter haben. Und diesen auch raushängen lassen. Wir hatten nie Stress miteinander, ich mochte Stubi so wie er war. Und ich glaube, Stubi wusste das auch.
Starbuck starb am 21.1.09 an einem lymphatischen Sarkom. Ein sehr schneller bösartiger Krebs. 10 Tage hat es gedauert, vom Ausbruch bis zum Tod. Eine furchtbare Erfahrung - wenn einem keine Zeit bleibt - und es keine Rettung gibt. Nur der Gang zum Arzt, wenn das Ergebnis steht, um den letzten Gang gemeinsam zu gehen. Starbuck starb in meinen Armen, wie Bismarck und Herman. Dabei war Stubi noch viel zu jung um zu sterben.